Tränensäcke entfernen - operativ oder selbst behandeln?

Bereits in jungen Jahren können die sogenannten Tränensäcke am Unterlid des Auges auftreten. Da sie dem Gesicht oft einen müden oder traurigen Ausdruck verleihen, steht ihre Entfernung ganz oben auf der Wunschliste.

Wenn die Bindegewebsstrukturen am Unterlid erschlaffen, entstehen in vielen Fällen die sogenannten Tränensäcke. Dabei wölbt sich das vorhandene Fettgewebe des Augapfels nach außen und weiter über den Unterrand der aus Knochen bestehenden Augenhöhle. Die Ausprägung dieser Tränensäcke ist sehr unterschiedlich und auf verschiedene Ursachen zurückzuführen. Vererbung oder der normale Alterungsprozess können ebenso schuld sein wie bestimmte Erkrankungen oder auch schlechte Lebensgewohnheiten, etwa zu wenig Schlaf, Stress oder der Konsum von Alkohol, Drogen und Zigaretten. Ist die Ausbildung der Tränensäcke noch nicht sehr weit fortgeschritten, so kann man die Tränensäcke selbstständig zu Hause behandeln. Ist die Schwellung bereits zu weit fortgeschritten und sind alle anderen Mittel erschöpft, können Tränensäcke auch mittels einer Operation entfernt werden. Diese sollte allerdings nur von einem dafür qualifizierten Experten in einer Klinik oder einer entsprechenden Ambulanz durchgeführt werden.

Bei der Behandlung von Tränensäcken zu Hause helfen unter anderem Auflagen mit kühlen, aber noch feuchten Teebeuteln. Am besten eignet sich schwarzer oder grüner Tee. Aber auch Auflagen mit sogenannten Coolpacks oder gekühlte Gurkenscheiben helfen. Auch eine Körperhochlagerung beim Schlafen oder entwässernde Maßnahmen helfen die Tränensäcke entfernen. Lange Zeit galt außerdem Hämorrhoidalsalbe als wahrer Geheimtipp bei der Behandlung der Schwellungen. Allerdings enthalten diese Salben in der Regel den Wirkstoff Kortison, sodass eine Langzeitanwendung nicht zu empfehlen ist. Darüber hinaus wird bei Anwendung dieser Salbe die Unterlidhaut ausgedünnt, was zu einem deutlich schlechteren Hautbild führt.

Zeigen diese Maßnahmen keine Wirkung, so können die Tränensäcke auch operativ mithilfe einer Unterlidstraffung entfernt werden. Der Eingriff dauert in der Regel zwischen 45 und 60 Minuten und wird ambulant und mit örtlicher Betäubung durchgeführt. Dazu wird an der Innenseite des Unterlids im Bereich der Bindehaut ein 0,5 bis 1 cm langer Schnitt ausgeführt. Durch diesen wird dann das Fettgewebe aus der Augenhöhle entfernt. Sind die Tränensäcke bereits sehr stark ausgeprägt, muss eventuell auch ein Überschuss an Haut, Muskeln und Fett entfernt werden. Der Schnitt erfolgt dann am Unterlid selbst. In beiden Fällen sind die Operationsnarben im Nachhinein allerdings so gut wie unsichtbar.

30. März 2011